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Gloggnitz/Reutlingen, Juni 2011. Die Papierindustrie zeichnet durch anhaltendes
Umsatz- und Absatzwachstum wieder ein optimistischeres Bild, die Finanzkrise
scheint weitestgehend überwunden. Aktuelle Produktionszahlen - insbesondere für
die Bereiche Hygiene- und Verpackungspapiere - lassen auch für die folgenden
Monate einen positiven Ausblick zu. Einen Dämpfer erhalten die Papierhersteller
allerdings durch deutlich steigende Energie- und Rohstoffpreise, die die Gewinne und
damit auch die Investitionsmöglichkeiten zum Teil deutlich schmälern.
Huyck.Wangner hat es sich als einer der weltweit führenden Zulieferer für
Papiermaschinenbespannungen daher zum obersten Ziel gesetzt, energiesparende
Formiersiebe und Pressfilze mit nachhaltiger Wertschöpfung für die Papierproduktion
zu entwickeln. Die innovativen Bespannungen überzeugen sowohl mit einer
verbesserten Energiebilanz als auch mit hoher Kosteneffizienz.
Nachdem der finanzielle Turn-around bei Xerium Technologies, dem US-amerikanischen
Mutterkonzern von Huyck.Wangner, letztes Jahr mit der erfolgreichen Refinanzierung
gelungen ist, richtet sich das unternehmerische Augenmerk verstärkt auf die Entwicklung
von neuen Bespannungsprodukten, die sich strikt an den Bedürfnissen der Papierhersteller
und damit an aktuellen Notwendigkeiten wie Energieeinsparungen ausrichten. Die
mittelfristige Strategie, bis 2012 rund zwei Drittel des Umsatzes mit neuen Formiersieb- und
Pressfilzprodukten zu erzielen, hat Ende 2010 bereits Wirkung gezeigt. Im letzten Quartal
konnten rund 50 Prozent des Umsatzes mit neuen Produkten erwirtschaftet werden, die
allesamt den Nachhaltigkeitsvorgaben ökologischer und ökonomischer Produktionsprozesse
bei den Kunden folgen. Insgesamt stimmt die gute Auftragslage und nahezu vollständige
Auslastung der Produktionsstätten auch für 2011 sehr positiv. Der Hauptstandort für
Pressfilze im österreichischen Gloggnitz ist sogar für das ganze Jahr ausgeplant. Während
der europäische Papiermarkt 2010 durchschnittlich um gut acht Prozent gewachsen ist,
konnte Huyck.Wangner rund 16 Prozent zulegen und in einem schwierigen Jahr in Europa
zusätzliche Marktanteile gewinnen.
Fokus auf Verpackungs- und Tissue-Segment sowie Optimierung
der Kostensituation bei grafischen Papieren und Feinpapieren
Dazu trägt natürlich auch die erfolgreiche Markteinführung der neuesten
Bespannungstechnologien bei: Die EDC-Siebgeneration, deren Produktvorteile vor allem
durch die speziell konstruierten Entwässerungskanäle entstehen, hatte mit dem neuesten
Formiersiebdesign finetexx einen sehr guten Start und bildet einen wichtigen Baustein bei
der konsequenten Umsetzung der aktiven Innovationsstrategie. Alle wichtigen
Produktionskriterien wie Papierqualität, PM-Effizienz und Energieeinsparung konnten
signifikant verbessert werden. Gleiches gilt für die impact-Produktfamilie bei den Pressfilzen.
Nachdem zunächst im grafischen Bereich hervorragende Ergebnisse hinsichtlich Anlauf, PMRunability
und Reduzierung des Energieverbrauchs eingefahren wurden, weisen die impact-
Filze jetzt auch im Tissue-Bereich selbst bei Hochgeschwindigkeit beachtliche Energiewerte
auf.
Die künftigen Die künftigen Entwicklungsziele von Huyck.Wangner orientieren sich schwerpunktmäßig an
den wachsenden Märkten bei Hygiene- und Verpackungspapieren, d.h. EDC und impact
werden nun sukzessive auf die für diese Papiermaschinen konzipierten Sieb- und Filz-
Designs ausgeweitet. Ergänzend werden Bespannungen entwickelt, die auf die Optimierung
der Kostensituation bei grafischen Papieren und Feinpapieren ausgerichtet sind - also
Steigerung der Maschineneffizienz und Reduzierung des Energieverbrauchs. Bei den
Investitionen stehen daher Ausbau und Modernisierung der Produktionsanlagen im
Vordergrund, damit sie die hohe Qualität der Huyck.Wangner-Bespannungen auch künftig
gewährleisten.
Erfolgsfaktor Formiersieb bei Energieeinsparung und Kosteneffizienz
In der Papiermaschine erzeugt das Formiersieb Energieverluste: Sie entstehen einerseits
durch Reibung der verschiedenen mechanischen Teile der Formierbereichs wie Rollen,
Kugellager oder Motor, andererseits durch den Gleiteffekt zwischen Rollen und Sieb und
durch die Reibung zwischen dem Sieb und den Entwässerungselement. Für einige Siebe ist
der Verlust recht hoch und der Papiermacher benötigt eine hohe Antriebsleistung, um das
Sieb anzutreiben. Gelingt es hier, die Lastaufnahme des Siebes im Former zu reduzieren,
reduziert sich automatisch auch der Energieverbrauch im Nassbereich.
Bei der Entwicklung neuer Formiersiebkonzepte hat Huyck.Wangner den Fokus daher auf
das Reduzieren der Lastaufnahme gerichtet. Zwei Aspekte standen dabei im Vordergrund:
Zum einen gibt es viele ältere Papiermaschinen, wie beispielweise im
Verpackungspapiersegment, die an der Grenze ihrer Belastung laufen. Die Antriebsenergie
hier zu reduzieren, hätte zur Folge, den Ausstoß allein durch Geschwindigkeitserhöhung
ohne Investitionen zu steigern. Auf der anderen Seite gibt es die moderneren
Papiermaschinen, die bereits mit ausreichend großen Antrieben ausgestattet sind. Hier führt
die Reduzierung der Lastaufnahme erheblich zur Reduzierung der Produktionskosten bei.
Im ersten Entwicklungsschritt identifizierte und quantifizierte Huyck.Wangner zunächst jene
Parameter, die die Lastaufnahme des Siebes entscheidend beeinflussen, um so die
Energieaufnahme eines Siebes in der Papiermaschine genau bestimmen zu können. Nach
mehr als 50 Labortests konnte eine Liste von Parametern erstellt werden. Aus den acht
wichtigsten (Low Friction-Material, Siebverschleiß, Flottierungslänge,
Stoffzusammensetzung, Keramikkanten, Keramikmaterial, Vakuum, Flächengewicht)
kristallisierten sich zwei heraus, die durch das Formiersieb wesentlich beeinflusst werden:
das Vakuumniveau und der Reibungskoeffizient des laufseitigen Formiersiebmaterials.
Die Analyse ergab, dass je höher das Vakuum ist, das an einem Sauger anliegt, desto höher
ist sein Anteil an der Lastaufnahme. Das Vakuumniveau hängt zum großen Teil vom
Blattbildungsprozess ab: Wenn die Blattstruktur nach der initialen Blattbildung offen genug
ist, erleichtert dies die weitere Entwässerung, was zu einem niedrigeren Vakuumniveau führt
und deshalb zu Einsparungen in der Antriebsenergie. Diesem Ansatz wird Huyck.Wanger
bereits mit der EDC (Engineered Drainage Channels)-Technologie zur kontrollierten,
schonenden Entwässerung gerecht.
EnerSTAR - exklusive Materialtechnologie zur Senkung der Energiekosten
Beim Reibungskoeffizienten zeigte sich, dass die laufseitigen Drähte an den
Entwässerungselementen wesentlich durch die laufseitige Siebstruktur und das verwendete
Siebmaterial bestimmt wird. Das bislang einzige am Markt verfügbare Material, das den
Reibungskoeffizienten des Siebes und damit den Energieverbrauch reduziert, führt leider
auch zu einer Reduzierung der Laufzeit und ist im verfügbaren Durchmesserbereich limitiert.
Daraus resultiert ein eingeschränkter Anwendungsbereich bezüglich Papiersorte und
Papiermaschinentyp.
Dieser Herausforderung begegnet Huyck.Wangner nun mit der brandneuen
Materialtechnologie EnerSTAR. Die Basis bildet ein zusammen mit einem Drahthersteller
weltweit exklusiv für Huyck.Wangner entwickeltes laufseitiges Polymermaterial, das eine
deutliche Reibungsreduzierung an den Entwässerungselementen mit sehr hoher
Abrasionsbeständigkeit verbindet. Das neue laufseitige Formiersiebmaterial EnerSTAR zeigt
enormes Einsparpotential durch die Verringerung der Lastaufnahme in der Siebpartie um bis
zu 30 Prozent. Der Antrieb wird entsprechend reduziert, ohne dass Kompromisse bezüglich
Sieblaufzeit oder -stabilität gemacht werden müssen. Huyck.Wangner führt die neue
EnerSTAR-Materialtechnologie, die durch die grüne Siebfarbe auch optisch ihre
Energieeffizienz signalisiert, nun sukzessiv in seiner umfangreichen Formiersiebpalette ein.
Mit den hervorragenden Produktmerkmalen unterstützt EnerSTAR nicht nur das
Laufverhalten verschiedenster Papiermaschinentypen, sondern verbessert auch die
nachhaltige ökonomische und ökologische Bilanz der Papierhersteller.
Neue Pressfilze mit positivem Einfluss auf die Energiebilanz in der Pressenpartie
Rund 18 Prozent der auf einer Papiermaschine eingesetzten Energie fließen in die
Pressenpartie. Dort wiederum verteilt sich der Energieaufwand zu 71 Prozent auf die
Vakuumpumpen, zu 21 Prozent für die einzelnen Antriebe und acht Prozent auf andere
Energieverbraucher wie z.B. Dampfblaskästen. Bei der Entwicklung neuer Pressfilze
konzentrierte sich Huyck.Wangner daher auf diese beiden "Energietreiber" und setzte sich
zum Ziel, durch innovative Gewebekonstruktionen, den Energiebedarf in diesen beiden
Bereichen entsprechend zu reduzieren.
Mit der neuen Pressfilztechnologie impact wurde bereits letztes Jahr der Grundstein für eine
neue Produktgeneration gelegt. Sie zeichnet sich durch ein einzigartiges hydrophiles
Fadengelege aus, dass - ähnlich einem vollgesaugten Schwamm - einen unnachahmlich
hohen Sättigungsgrad von Beginn an ermöglicht. Der "Schwammeffekt" sorgt für eine
sofortige Nipsättigung, d.h. schon nach kürzester Anlaufdauer wird höchste
Nipentwässerung erreicht. Durch diese effiziente Entwässerung kann das Vakuum an den
Rohrsaugern deutlich reduziert und so ein hohes Einsparpotenzial bei der
Vakuumerzeugung generiert werden. Ein weiterer Vorteil ist die minimierte Reibung an den
Rohrsaugerleisten, wodurch die Antriebsleistung beim Energieverbrauch um bis zu acht
Prozent verringert wird. Die höchste Energieeinsparung bringt ein vollständiges
Abschwenken der Rohrsauger - eine Fahrweise, die an zunehmend mehr Papiermaschinen
genutzt wird. Grundvoraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Pressfilze exakt auf eine
solche Papiermaschineneinstellung ausgerichtet sind.
Hier legt Huyck.Wangner - insbesondere für die schnelllaufenden Papiermaschinen - in
individueller Abstimmung mit den Kunden das jeweils ideale Filzprofil fest und fertigt die
neuen Designs entsprechend der Anforderungen - mal als Kombination aus dem neuen
Fadendesign und einem klassischen Gewebe, mal aus zwei neuen Fadengelegen.
Die Energie-Einsparpotenziale durch die neue Pressfilztechnologie sind in drei wesentlichen
Punkten zusammenzufassen:
- höherer Trockengehalt nach der Pressenpartie - (Steigerung um 1%)
- weniger Dampfverbrauch (Reduzierung um 4 - 5%)
- gleichmäßigere Profile mit perfekter Laufruhe und reduzierter Abrissquote
- reduziertes Vakuum (bis zu 70% niedriger, wenn Rohrsauger abgeschwenkt werden)
- reduzierter Stromverbrauch
- niedrigere Antriebsleistung (um bis zu 10% reduziert)
- geringerer Filzabrieb
- im Idealfall (abhängig von PM-Konstruktion) können Rohrsauger
abgeschwenkt werden.
- aktive Selbstreinigung der Pressfilze
- reduzierter Wasserverbrauch für Hochdruck-Spritzrohre
- keine chemische Reinigung.
Testläufe haben den signifikanten Einfluss der Pressfilze auf den Energieverbrauch
nachgewiesen. Dabei sind bei der Vakuumerzeugung und Antriebsleistung Reduzierungen in
der Pressenpartie von zusammen rund 50 Prozent gelungen. Die Vorteile dieser neuen
Pressfilzgeneration liegen für die Papierhersteller somit klar auf der Hand: Neben der
Energieeinsparung und der bereits genannten kurzen Anlaufdauer sowie höchstmöglichen
Nipentwässerung gewährleisten sie eine markierfreie Oberfläche und hohe
Dimensionsstabilität gepaart mit herausragender Papier- und Bedruckbarkeitsqualität. Die
äußerst niedrige Verschmutzung sorgt darüber hinaus für eine erhöhte Laufzeit.
Auch mit der neuen Produktlinie exxact folgt Huyck.Wangner diesen Pressfilz-
Anforderungen. Sie steht für eine sorgfältig durchdachte, strukturgebundene
Webtechnologie, mit der strömungsgünstige Entwässerungskanäle ähnlich dem Formiersieb
auch im Pressfilzgewebe gefertigt werden. Im Vergleich zu den multiaxialen oder laminierten
Filzdesigns überzeugt diese neue Produktgeneration durch exakt positionierte Längs- und
Querfadensysteme. Die extrem feine Papierseite, eine kontrollierte Entwässerung, das
geringe initiale Porenvolumen und hohe Elastizität gewährleisten nicht nur einen sofortigen
Anlauf und hohe Nipentwässerung, sondern auch stabiles Laufverhalten und verbesserte
Bedruckbarkeit. exxact-Pressfilze eignen sich besonders für die modernen, schnelllaufenden
Papiermaschinen, die vom Anlauf weg höchste Maschinenleistung erbringen müssen.
Xerium Technologies Inc. auf einen Blick:
Die in Youngsville, NC, USA, angesiedelte Xerium Technologies Inc. vereinigt unter ihrem Dach die in
der Papierindustrie führenden Zuliefermarken Huyck.Wangner, Weavexx, Stowe Woodward und
Mount Hope. 2010 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 548 Millionen USD. Dabei
entfielen rund 66% auf Papiermaschinenbespannungen und 34% auf Walzen. In den 32
Produktionsstandorten in 13 verschiedenen Länder arbeiten rund 3.300 Mitarbeiter. Die angestammte
Technologieführerschaft schlägt sich in einer ausgeprägten Forschungs- und Entwicklungsarbeit mit
rund 220 bereits eingetragenen und 180 angemeldeten Patenten sowie 85 registrierten
Produkterfindungen nieder.

Huyck.Wangners neues, exklusives Formiersieb-Design EnerSTAR
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